Nirgends gilt dieser Satz so sehr, wie bei der Geldanlage für ein Kind. Denn in Zeiten von Niedrig- oder sogar Negativzinsen fällt es vielen Eltern, Großeltern oder Verwandten schwer, einen passenden Sparplan zu finden.
Dabei liegt es eigentlich auf der Hand: Denn es sind gerade lange Zeithorizonte, die Wertpapier-Investments sicherer machen, da kurzfristige Kursschwankungen über die Zeit ausgeglichen werden können.
Es ist also vor allem aktuell eine gute Idee, ein Depot im Namen des Kindes zu eröffnen und regelmäßig Vermögen aufzubauen. Wir haben die besten Depots für Minderjährige miteinander verglichen.
Zunächst ist zu unterscheiden, wofür das Depot verwendet werden soll.
Die üblichste Variante ist, dass gleichzeitig mit dem Depot ein Sparplan abgeschlossen wird, über den jeden Monat bestimmte Wertpapiere für einen festgelegten Betrag gekauft werden.
Durch diese regelmäßigen Käufe sind die meisten Depots kostenfrei.
Wenn jedoch nur einmalig ein größerer Betrag investiert werden soll, lohnt sich eine genaue Durchsicht des Preis- und Leistungsverzeichnisses. Denn ohne regelmäßige Orders kann es sein, dass für das Depot eine monatliche oder jährliche Gebühr fällig wird, welche das Guthaben stetig reduziert.
Wertpapiersparpläne sind aufgrund des sogenannten „Cost Average Effekts“ besonders sinnvoll, um langfristig Vermögen aufzubauen.
Denn bei Sparplänen wird ein Betrag festgelegt, der monatlich investiert werden soll. Es wird also immer ein bestimmter Betrag zu dem dann gültigen Marktpreis investiert.
Ist der Kurs des zu kaufenden Wertpapiers in einem Monat besonders hoch, werden nur wenige Anteile gekauft. Ist der Kurs in einem anderen Monat niedrig, können für denselben Betrag mehr Anteile erworben werden.
Auf diese Weise bildet sich ein durchschnittlicher Anschaffungskurs und das Risiko, gerade zum falschen Zeitpunkt zu investieren, besteht nicht mehr.
Die meisten Banken bieten heutzutage die Möglichkeit, Depots online zu eröffnen. Bei Junior-Depots müssen jedoch noch weitere Aspekte beachtet werden, weshalb der Gang zur Bank oft nicht ausbleibt.
Zum einen muss das Kind selbst legitimiert werden. Dafür genügt die Geburtsurkunde oder der Kinder-Reisepass, sofern vorhanden. Ab dem Alter von 16 Jahren ist zudem der Personalausweis des/r Jugendlichen notwendig.
Zum anderen müssen die Erziehungsberechtigten ihre Zustimmung geben. Meist sind dies beide Elternteile, die ein Bestätigungsformular unterzeichnen und sich zum Beispiel über das Postident-Verfahren legitimieren müssen.
Informieren Sie sich daher am besten im Vorfeld, wie der Eröffnungsprozess im Detail abläuft.
Das Depot läuft auf den Namen des Kindes, weshalb es rechtlich gesehen Anspruch auf die Wertpapiere hat. Bevor es jedoch volljährig ist, kann es Aufträge nur mit Zustimmung der Erziehungsberechtigen erteilen. Meist sind dies die Eltern.
Falls also das Kind die Wertpapiere vorzeitig verkaufen möchte und beide Elternteile dem zustimmen, kann das Kind über das Geld verfügen, selbst bevor es 18 Jahre alt ist.
Aus diesem Grund ist es ratsam, die Pläne für die finanzielle Zukunft des Kindes gemeinsam mit den Eltern zu besprechen.
Auch bevor das Kind volljährig ist, kann es die vollen Steuerfreibeträge geltend machen.
Diese betragen im Jahr 2021:
Das Kind kann also Gewinne in Höhe von über 10.000 € realisieren, ohne dafür Steuern zahlen müssen.
Würden Sie das Depot auf Ihren eigenen Namen laufen lassen mit der Absicht, die Wertpapiere oder das Guthaben später an das Kind zu verschenken, so würden Sie die Steuern für die Gewinne tragen müssen.
Aus diesem Grund lohnt sich die Depot Eröffnung schon ab dem Geburtstag des Kindes.
Es liegt in der Natur eines Wertpapiers, dass sein Kurs schwankt. Demzufolge ist auch ein Kursverlust möglich. Gleichzeitig können Sie als Anleger viel dafür tun, dieses Risiko zu minimieren.
Eine breite Streuung ist dabei elementar, sprich Sie investieren nicht nur in eine Aktie, sondern gleich in mehrere.
Ein beliebter Weg, dies einfach umzusetzen, sind aktiv gemanagte Investmentfonds oder passiv gemanagte ETFs.
Ein ETF bildet dabei einen Index ab, wie zum Beispiel den DAX.
Welche Rendite dabei selbst ein Pechvogel erzielen kann, zeigt folgendes Beispiel:
Ergebnis:
Das generelle Ansteigen des Marktniveaus über diesen langen Zeithorizont führte also trotz des Pechs zu einer lukrativen Rendite.
Natürlich werden die meisten Kinder ihr Guthaben vor dem 30. Lebensjahr abrufen wollen. Die Beispielrechnung zeigt dennoch eindrücklich, dass sogar Pechvögel eine gute Rendite erzielen können, ohne ihr Depot selbst aktiv managen zu müssen.